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KINO
Von Simone von der Forst
Batman, Spiderman, Iron Man...
Comic-Superhelden haben vieles gemeinsam: Sie gehen gern auf
Bösewichte los, tun das gern im Kino und bei Erfolg auch gern
in Serie. Die Qualität ist dabei nicht immer gleichbleibend.
Nicht selten sind Superhelden-Sequels auch eine Superenttäuschung. Nicht so
bei "Iron Man 2"!
Gepimpt durch ein paar
Superstars, eine Rollenumbesetzung und einen unvergleichlichen
Bösewicht in Form von Mickey
Rourke lässt dieser zweite Teil nichts zu wünschen
übrig. Zumal die 2 im Titel schließlich nicht nur
für die Anzahl der Filme steht, sondern auch für die
Anzahl der Iron Men!
Was bisher geschah: Ein kurzer Flashback erinnert uns an das Ende von "Iron Man" - Teil 1. Der exzentrische Industrielle und Milliardär Tony Stark (Robert Downey Jr.) gibt öffentlich bekannt: "Ich bin Iron Man!" - und damit nicht nur der Beschützer von Witwen und Waisen, sondern gleich der der ganzen Welt. Damit geht der Stress richtig los. Denn die US-Regierung hält die Iron Man-Rüstung für eine gefährliche Waffe und hätte sie gern für ihr Militär. Unter dem Vorwand, die USA davor zu schützen, dass die Iron Man-Konstruktion in falsche Hände gerät, will man Tony Stark vor Gericht an die Wäsche. Doch der ist sich seiner Sache wie immer ganz sicher. Er hat den Weltfrieden privatisiert, niemand kann den Iron Man nachbauen. Kurzum: Alles ist cool! Doch Tonys zur Schau getragene Selbstsicherheit bröckelt heftig. Der Reaktor in seiner Brust funktioniert nicht mehr richtig, das Metall in seinem Körper vergiftet ihn langsam. Tony hat nicht mehr lange zu leben.
Tony trifft
Vorkehrungen. Die Leitung seiner Firma überträgt er
seiner Assistentin Pepper (Gwyneth
Paltrow) und irgendwie dämmert es ihm auch so langsam,
dass seine diversen amourösen Abenteuer und Flirts (siehe auch Teil 1) nicht
so der absolute Knaller sind. Davon abgesehen gerät unser Held
auch sonst ganz schön ins Taumeln. Denn nicht nur durch Iron Mans persönliche Krise
gerät die Welt in ein gefährliches Sicherheitsvakuum.
Tony Starks
größter Konkurrent Justin Hammer wartet nur auf eine Chance, Stark in die Knie zu zwingen. Und
im Hintergrund lauert noch jemand anders auf seine Chance: Ein
gewisser Ivan Vanko hat
eine Rechnung mit Tonys
Familie offen. Und: Er hat die Pläne für eine
Kampfvorrüstung, die den Iron
Man klein kriegen könnte. Als Whiplash geht er auf Tony los. Der kann sich zwar erfolgreich
verteidigen. Sein Image ist aber merklich angekratzt.
Besonders übel wird dann seine Geburtstagsparty. Als Tony in seiner Iron Man-Rüstung die eigene
Bude zu Klump schießt, sieht sich selbst sein bester Freund
James Rhodes (Don Cheadle)
gezwungen, einzugreifen. Er übergibt die Iron Man- Rüstung dem
Militär. Tony ist am
Boden. Doch es gibt jemanden, der bereit ist, ihm zu helfen (und
wer in Teil 1 bis NACH dem Abspann im Kino sitzen geblieben ist,
ahnt wer). Die Agenten-Organisation SHIELD unter der Leitung von Nick Fury (Samuel L.Jackson) hat
längst jemanden in Tonys Firma eingeschleust. Tonys Assistentin Natalie (Scarlett Johansson) hat ein bisschen mehr
drauf als Tippen.
Keine Frage: "Iron
Man 2" lebt wie Teil 1 von seinem Hauptdarsteller.
Robert Downey Jr. lebt,
atmet, isst und trinkt Tony
Stark. Man glaubt keine Sekunde, dass dieser Typ sich nicht
zu Hause genau so aufführt wie der reiche Erfinder, den er
spielt. Und auf einen Mann, der von sich selbst behauptet, zu
verrückt für Hollywood zu sein, könnte das durchaus
zutreffen. Was "Iron
Man 2" aber von seinem Vorgänger unterscheidet,
sind der Humor und die starken Anspielungen auf den Pomp der
klassischen amerikanischen Haltung vom Befreier der Welt.
Ausgerechnet die US-Regierung lässt sich als Prediger der
freien Marktwirtschaft von einem Privatunternehmer die
"Sicherung des Weltfriedens" aus der Hand nehmen. Und
interessanterweise hält dieser Frieden auch noch - zumindest
eine Weile. Solche Spitzen inmitten einer knallbunten
Popcorn-Inszenierung machen immer wieder großen Spaß -
und Drehbuchautor Justin
Theroux (bekannt als Darsteller unter anderem aus "3
Engel für Charlie -
Volle Power" und der Fernseh-Serie "The District - Einsatz in Washington") hat nach
"Tropic Thunder"
wieder einen guten Job gemacht. Da verzeiht man durchaus, dass
nicht alle Versuche in Tonys Labor logisch nachvollziehbar oder für
die Story so
fürchterlich von Nöten sind!
Auch Jon Favreau, der
selbst als Darsteller im Film noch häufiger auftaucht als in
Teil 1 (er ist Tonys Chauffeur) macht als Regisseur
wieder einen soliden Job. Zwar will er mit "Iron Man 2" nicht mehr als
einen guten Unterhaltungsfilm liefern, doch hat auch er
offensichtlich einen Blick für kleine Feinheiten. Als sich zum
Beispiel Don Cheadles Iron
Man-Rüstung nach einem Absturz langsam wieder
hochfährt und die Figur des Colonel Rhodes gleichzeitig aus einer Ohnmacht
erwacht, klappen seine Augenlider nacheinander hoch - als
wären sie in sein Visier integriert. Das lässt das
Fanherz einfach ein kleines bisschen höher schlagen. Ganz
davon abgesehen, dass Cheadle an seiner Rolle großen Spaß zu
haben scheint und sich als Neuzugang in die Besetzung
großartig einfügt.
Apropos Neuzugang: Auch wenn Scarlett Johansson natürlich nichts anderes
zu tun hat, als Männerphantasien anzuregen - selbst als Sidekick steckt sie
beispielsweise eine Catwoman drei Mal in die Tasche. Sam Rockwell ist als Tony Starks Konkurrent Justin Hammer ein bisschen zu
sehr typbesetzt, macht seine Sache aber nicht weniger gut. Und
über Mickey Rourke als
von Kopf bis Fuß tätowierten Whiplash mit russischem Akzent muss wohl kein Wort
verloren werden. Außer: Erstaunlich, dass der Mann nur eine
Brille und ein paar Sätze braucht, um wie ein Intellektueller
rüber zu kommen. So bleibt nur zu sagen: Lieber Onkel
Filmdoktor, bitte verschreiben sie uns weiterhin genug Eisen
für großen Kinospaß!
"Iron Man
2" - (OT: "Iron
Man 2")
Action/Fantasy
USA/UK, 2009
Regie: Jon Favreau ("Iron Man", "Buddy - Der Weihnachtself")
Darsteller: Robert Downey Jr. ("Sherlock Holmes", "Tropic Thunder", "Der Solist", "Iron Man", "Zodiac - Die Spur des Killers", "Kiss Kiss Bang Bang"), Gwyneth Paltrow ("Proof", "Shakespeare in Love", "Schwer verliebt"), Don Cheadle ("Gesetz der Straße", "Die Liebe in mir", "Ocean's 11", "Ocean's 12", "Ocean's 13", "Hotel Ruanda"), Scarlett Johansson ("Er steht einfach nicht auf Dich!", "Vicky Cristina Barcelona", "Die Schwester der Königin", "Prestige - Die Meister der Magie", "Lost in Translation - Zwischen den Welten"), Sam Rockwell ("Everybody's Fine", "Moon", "Frost/Nixon", "Per Anhalter durch die Galaxis", "Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind"), Mickey Rourke ("Killshot", "The Wrestler", "Sin City"), Samuel L. Jackson ("The Spirit", "Zimmer 1408", "Snakes on a Plane", "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith", "xXx 2 - The Next Level", "xXx - Triple X", "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger", "Star Wars: Episode I - The Phantom Menace")
Länge: 125 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Start: 6. Mai 2010






























Bewertungsschema




unterirdisch



mies



mäßig



okay



gut



genial!!!Stand: 05.05.2010
