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Die 1LIVE Infos bringen euch on air jede Stunde den Überblick über das Wichtigste in der Welt. Jeweils eins der Themen erklären wir euch ausführlicher - in den 1LIVE Einzelheiten. Und die gibt's hier zum Nachlesen.
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Alle Einzelheiten vom 07.09.2010
15:00 Uhr EU beschließt mehr Einblicke in nationale Finanzen
Die EU hat in Zukunft mehr Einblick in die Finanzen der
Mitgliedsländer. Die Finanzminister haben sich heute auf eine
stärkere Überwachung der Haushaltspläne geeinigt.
Die Einzelheiten:
Es ist ein vorsichtiger Eingriff, den die Finanzminister
beschlossen haben. Die EU-Länder müssen in Zukunft jedes
Frühjahr ihre grobe Haushaltsplanung nach Brüssel
schicken. Da wird dann kontrolliert, ob das jeweilige Land
vernünftig mit seinem Geld umgeht und welche
Wirtschaftsreformen es anstößt. Die EU gibt eine
Rückmeldung - und erst dann dürfen die
Haushaltsentwürfe in den nationalen Parlamenten beraten und
beschlossen werden. So will die EU böse Überraschungen
wie im Fall Griechenland verhindern. Bisher bekam die EU die
Haushaltspläne nämlich erst, nachdem sie beschlossen
waren. Die Einigung heute ist das erste Resultat einer
Arbeitsgruppe, die den Ländern das Schulden machen erschweren
will. Kritiker halten die Vereinbarung für zu unverbindlich.
Die Länder sind nicht gezwungen, die Vorschläge der EU
umzusetzen.
14:00 Uhr Lob und Tadel für Deutschland im
OECD-Bildungsbericht
In Deutschland gibt es deutlich mehr Hochschulabsolventen als vor
einigen Jahren. Laut einer Studie der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung muss Deutschland
aber noch mehr in Bildung investieren. Die Einzelheiten:
Das Urteil der OECD über Bildung in Deutschland fällt
gemischt aus. Gute Noten gibt es für das Ausbildungssystem.
Laut Studie führt die Verbindung von Arbeit und Berufsschule
zu einer vergleichsweise geringen Jugendarbeitslosigkeit. Kritik
kommt dagegen beim Thema Studium. Zwar ist der Anteil der Uni- und
Fachhochschulabsolventen seit 2000 um gut ein Drittel gestiegen -
aber immer noch gibt es weniger Akademiker als in den meisten
anderen Industrieländern. Ein Hochschulabschluss lohnt sich in
Deutschland besonders: Im Schnitt verdienen Akademiker knapp 70
Prozent mehr als Leute mit Ausbildung. Und sie sind seltener
arbeitslos. Die Macher der Studie raten Deutschland deshalb, die
Anreize für ein Studium nach der Ausbildung zu erhöhen.
Außerdem müssten Studierwillige aus ärmeren
Familien finanziell unterstützt werden.
13:00 Uhr Streit um Kosten für Kita-Ausbau
Der Streit um die Kosten des Kita-Ausbaus wird in NRW seit heute
vor Gericht ausgetragen. Mehrere Städte und Kreise haben vor
dem Verfassungsgerichtshof geklagt. Sie fordern für den Ausbau
der Betreuungsplätze Geld vom Land. Die Einzelheiten:
Mehr Ausgaben - und das bei ohnehin schon leeren Kassen. Das sehen
die klagenden Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen nicht
ein. Es geht um die Kosten der Kleinkinder-Betreuung. Von 2013 an
haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, sobald
ihr Kind ein Jahr alt ist. Das ist gesetzlich geregelt. Da die
Städte und Kreise das Gesetz aber nicht gemacht haben, sehen
sie auch nicht ein, warum sie dafür zahlen sollen. Die Kosten
auf sie zu übertragen verstößt ihrer Meinung nach
gegen die Landesverfassung. Da steht nämlich - vereinfacht
gesagt - drin: Wer bestellt, muss auch zahlen. Deshalb wollen die
klagenden Kommunen erreichen, dass das Land Millionenkosten
für den Kita-Ausbau übernimmt. Mit einer Entscheidung des
Gerichts wird heute nicht gerechnet.
12:00 Uhr OECD-Studie belegt viele Vorteile für Akademiker
Einzelheiten
Laut einer neuen Bildungsstudie schützt ein Studium am besten
vor Arbeitslosigkeit. Außerdem wächst in Deutschland der
Einkommensvorsprung von Akademikern gegenüber anderen
Berufstätigen. Die Einzelheiten:
Der Vorsprung ist deutlich: Wer studiert hat, verdient in
Deutschland im Schnitt knapp 70 Prozent mehr als jemand mit einer
Berufsausbildung. Seit 1998 hat sich der Vorsprung damit mehr als
verdoppelt. Das ist eins der Ergebnisse der neuen Bildungsstudie
der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Enwicklung, OECD.
Die Zahl der Uni- und Fachhochschul-Absolventen ist in Deutschland
in den letzten Jahren gestiegen - allerdings nicht so stark wie im
Rest der OECD-Staaten. Die Organisation rät Deutschland
deshalb, mehr für potenzielle Studenten aus ärmeren
Familien zu tun, zum Beispiel durch Stipendien.
Im internationalen Vergleich sind die Bildungsausgaben in
Deutschland weiterhin relativ niedrig. 4,7 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts fließen in die Bildung, in den USA sind
es mehr als 7 Prozent.
11:00 Uhr Barrosos Rede vor dem Europaparlament
Einzelheiten
EU-Kommissionspräsident Barroso hat vor dem Europaparlament in
Straßburg seine erste Rede zur Lage der Union gehalten. Darin
zog er Bilanz der ersten Monate seiner neuen Kommission und gab
einen Ausblick auf das kommende Jahr. Die Einzelheiten:
Barroso bekam offenbar wenig Applaus. Kritiker werfen ihm vor, zwar
gut reden zu können, die Ziele aber dann nicht umzusetzen. Mit
der Rede wollte Barroso seine Position in der EU stärken. Er
bezeichnete die Europäische Union als stabil und sagte, sie
habe die Wirtschaftskrise gut bewältigt. Barroso hob die
Bedeutung eines starken Europas hervor, das sich noch mehr
einbringen müsse. Deshalb will er auch eine Milliarde Euro
zusätzlich für Entwicklungshilfe aufbringen. Als Projekte
der Zukunft nannte Barroso unter anderem die Entschuldung
nationaler Haushalte und den Klimawandel. Im Vorfeld der Rede hatte
es Proteste der Abgeordneten gegeben. Barroso wollte für die
Rede eine Anwesenheitspflicht anordnen und sonst das Sitzungsgeld
kürzen. Dieser Plan wurde aber gekippt.
10:00 Uhr Razzia gegen Neonazis
Einzelheiten
In mehreren Bundesländern hat heute Morgen eine Razzia gegen
eine Organisation von Neonazis begonnen. Unter anderem wurden in
Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg Wohnungen und
Büros führender Mitglieder durchsucht. Die Einzelheiten:
Die HNG zählt zu den größten und einflussreichsten
Neonazi-Organisationen in Deutschland. Die Abkürzung steht
für Hilfsorganisation für nationale und politische
Gefangene. Sie arbeitet unter dem Vorwand politischen Gefangenen in
Deutschland und im Ausland bei der Wiedereingliederung helfen zu
wollen. Beobachter vermuten aber, dass es der Organisation vor
allem darum geht, rechtes Gedankengut bei den Häftlingen
frisch zu halten. Sie wird verdächtigt rechtsextreme Ansichten
mit entsprechender Literatur zu fördern. Außerdem soll
sie die Gefangenen zu neuen Straftaten motivieren. Das
Bundesinnenministerium prüft, ob es die HNG verbieten kann.
9:30 Uhr Renten-Streik in Frankreich
Einzelheiten
In Frankreich hat der Generalstreik gegen die geplante Rentenreform
begonnen. Unter anderem Beschäftigte des öffentlichen
Dienstes, Lehrer, Post- und Bankangestellte sind dazu aufgerufen,
heute nicht zu arbeiten. Die Einzelheiten:
Die Gewerkschaften wollen Frankreich lahm legen und damit ein
Zeichen setzen gegen die Regierung Sarkozy. In Umfragen gehen seine
Werte zurück und sein Arbeitsminister ist weiter mit einer
Parteispendenaffäre in den Medien. Sarkozy will die Franzosen
in Zukunft länger arbeiten lassen, und zwar zwei Jahre. Selbst
dann würde Frankreich mit 62 immer noch zu den Ländern in
der EU mit dem niedrigsten Renten-einstiegsalter gehören.
Für Sarkozy ist die Reform wichtig, denn er muss in den Kassen
ein Loch von 32 Milliarden Euro stopfen. Gestreikt wird auch an
großen Flughäfen und Bahnhöfen unter anderem in
Paris. Betroffen sind auch Verbindungen aus und nach Deutschland.
9:00 Uhr Barrosos Rede zur "Lage der Union"
Einzelheiten
EU-Kommissionspräsident Barroso beginnt gleich in
Straßburg mit seiner ersten Rede zur Lage der
Europäischen Union. Darin will Barroso alle wichtigen Themen
ansprechen und danach mit den Abgeordneten diskutieren. Die
Einzelheiten:
Barroso will mit der Rede seine Rolle in der EU stärken - nach
amerikanischem Vorbild: dort hält der US-Präsident einmal
im Jahr eine Rede vor dem Kongress. In der EU gibt es offenbar
einen Machtkampf zwischen Barroso und dem ständigen
Ratspräsidenten van Rompuy. Beide wollen als das Gesicht
Europas angesehen werden. Barroso wollte für die Rede sogar
eine Anwesenheitspflicht vorschreiben und den Abgeordneten sonst
das Sitzungsgeld kürzen. Dagegen gab es aber massive Proteste.
Barroso wird in seiner Rede Bilanz ziehen und einen Ausblick auf
das nächste Jahr geben. Kritiker werfen ihm vor, zu oft auf
nationale Interessen Rücksicht zu nehmen und damit zu wenig
auf die EU als Ganzes.
7:30 Uhr bundesweite Razzia gegen Neonazis
Einzelheiten
Das Bundesinnenministerium hat eine bundesweite Razzia gegen eine
der größten Neonazi-Organisationen in Deutschland
gestartet. Ermittler durchsuchten am Morgen Räume in
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg der
sogenannten "HNG". Die Einzelheiten:
Die HNG bezeichnet sich selbst als Hilfsorganisation für
nationale und politische Gefangene. Die Neonazi-Organisation
unterstützt rechtsextreme Inhaftierte in Deutschland und im
Ausland unter anderem mit Rechtsberatung, Literatur und
Briefkontakten. Dadurch versucht sie laut Verfassungsschutz neue
Mitglieder für die Szene zu werben oder ihren Ausstieg zu
verhindern. Die Organisation wird verdächtigt, dabei gegen die
Verfassung zu verstoßen. Deshalb wurden Wohnungen und
Büros führender Mitglieder in mehreren Bundesländern
durchsucht. Die HNG zählt mit rund 600 Mitgliedern zu den
größten und einflussreichsten Neonazi-Organisationen in
Deutschland.
6:30 Uhr Frankreich streikt
Einzelheiten
In Frankreich wollen heute hunderttausende Menschen gegen die
Rentenreform auf die Straße gehen. Präsident Sarkozy
plant, das Rentenalter von 60 auf 62 anzuheben. Die Einzelheiten:
Die Proteste in Frankreich richten sich nicht nur gegen die
Änderungen bei der Rente, sondern auch gegen Präsident
Sarkozy und seine Regierung. Die Gewerkschaften rechnen mit bis zu
zwei Millionen Teilnehmern. Gestreikt wird unter anderem bei der
Post, den Banken und in Schulen. Auch die Beschäftigten an
Flughäfen und Bahnhöfen nehmen am Generalstreik teil,
deshalb sind auch Reisende betroffen - an den Pariser
Flughäfen soll jeder vierte Flug ausfallen, bei den U-Bahnen
fährt nur jede zweite. Sarkozy will mit der Rentenreform die
Sozialkassen aufbessern. Das zählt zu den wichtigsten
Projekten seiner Amtszeit. Mit 60 Jahren gehen die Franzosen im
EU-Vergleich mit am frühesten in den Ruhestand.
6:00 Uhr Unicef fordert mehr Hilfe für die Armen
Einzelheiten
Unicef hat mehr Hilfe für die ärmsten Kinder der Welt
gefordert. In einem Bericht zu den Milleniumszielen kritisiert das
Kinderhilfswerk vor allem die internationale Entwicklungshilfe. Die
Einzelheiten:
Die Bilanz von Unicef fällt dürftig aus. Vor zehn Jahren
hatten sich die Länder verpflichtet bis zum Jahr 2015 die
Armut zu halbieren. Das Kinderhilfswerk sieht seitdem zwar
deutliche Fortschritte, sie seien aber ungleich verteilt. Es
hätten zwar mehr Kinder Zugang zu sauberem Wasser, auch der
Impfschutz hätte sich verbessert. Aber gerade die ärmsten
Kinder würde diese Hilfe nicht erreichen. Täglich sterben
laut Unicef 24-Tausend Kinder an vermeidbaren oder behandelbaren
Krankheiten. Besonders im südlichen Afrika und in
Südasien sind starkes Untergewicht ein Problem. Laut Unicef
sei das vermeidbar, wenn sich die internationale Hilfe auf die am
stärksten Bedürftigen konzentriere.