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1LIVE Infos
Die 1LIVE Infos bringen euch on air jede Stunde den Überblick über das Wichtigste in der Welt. Jeweils eins der Themen erklären wir euch ausführlicher - in den 1LIVE Einzelheiten. Und die gibt's hier zum Nachlesen.
Alle Einzelheiten vom 14.07.2010
19:00 Uhr: Neue Vorwürfe wegen überhitzter Züge
Die große Hitze in mehreren ICE-Zügen hat jetzt ein
erstes rechtliches Nachspiel.
Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen einen Zug-Chef,
unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die
Einzelheiten:
Mit einem Hitze-Kollaps ins Krankenhaus - so endete am Wochenende
für mehrere Menschen eine Fahrt mit dem ICE. In dem Zug
herrschten über 40 Grad, weil die Klima-Anlage nicht
funktionierte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Zugchef vor, dass
er den ICE nicht sofort gestoppt habe.
Ein grundsätzliches Problem sehen Technik-Fachleute. Sie
sagen, dass die Klima-Anlagen der aktuellen Hitze nicht gewachsen
sind. Der Verein Deutscher Ingenieure nennt eine Obergrenze von 35
Grad, was europäische Norm sei.
Verbraucherschützer werfen der Bahn auch deshalb vor, an der
falschen Stelle zu sparen. Sie fordern von der Politik strengere
Regeln für das Unternehmen.
18:00 Uhr CDU und FDP wollen nicht mit neuer Koalition in NRW
zusammenarbeiten
Die Wahl von Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin in NRW
hat auch Auswirkungen auf die Bundespolitik. Union und FDP
verlieren dadurch ihre Mehrheit im Bundesrat. Sie kritisierten die
neue Minderheitsregierung in NRW. Die Einzelheiten:
Die Regierungsparteien im Bund waren sich so einig wie selten. Die
neue Landesregierung in NRW sei vor allem eins: Instabil. Der
Generalsekretär der CSU, Dobrindt, kritisierte besonders, dass
rot-grün auch mit der Linkspartei zusammenarbeiten will, weil
ihnen eine Stimme zur absoluten Mehrheit fehlt. Wörtlich
nannte er die Koalition eine linke Regierungsbande.
CDU-Generalsekretär Gröhe sieht mit der neuen Koalition
Nachteile für die Wirtschaft. Die neue
NRW-Ministerpräsidentin Kraft forderte CDU und FDP zur
Zusammenarbeit auf. Sie will sich für ihre Gesetzesvorhaben
jeweils die Unterstützung einer anderen Partei holen. Morgen
wollen SPD und Grüne in NRW die weiteren Minister der neuen
Minderheitsregierung vorstellen.
17:00 Uhr Ingenieure werfen Bahn Planungsfehler bei Klimaanlagen
vor
Die ausgefallenen Klimaanlagen in mehreren ICE-Zügen sorgen
weiter für Diskussionen. Ingenieure werfen der Bahn vor, dass
ihre Anlagen gar nicht für so hohe Temperaturen gemacht sind.
Die Einzelheiten:
Es wäre ein Planungsfehler der Bahn. Wenn der Verband
Deutscher Ingenieure Recht hat, dann halten die Klimaanlagen in den
ICE-Zügen nur Temperaturen bis 35 Grad stand. Das wäre
die europäische Norm. Die nächsthöhere Stufe ist
für bis zu 40 Grad gemacht und wird z.B. in Spanien
eingesetzt.
Die Bahn will die Probleme jetzt in einer Arbeitsgruppe mit dem
Konzern Siemens untersuchen. Siemens baut die ICE-Züge.
Offiziell fielen am Wochenende in 36 Fernzügen die Anlagen
aus. Der Fahrgastverband Pro Bahn spricht von über hundert
Ausfällen. Einen davon untersucht inzwischen die Bielefelder
Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt gegen einen Lokführer wegen
unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger
Körperverletzung. In seinem überhitzten Zug waren mehrere
Schüler zusammengebrochen.
15:00 Uhr Post führt elektronischen Brief ein
Einzelheiten
Die Deutsche Post bietet seit heute einen Internet-Brief an.
Für 55 Cent können Kunden damit ihre Post online
verschicken, mit der gleichen Rechtssicherheit wie bei einem
Papierbrief. Die Einzelheiten:
Der Internetbrief ist so etwas wie eine sichere e-mail. Damit
können nach Post-Angaben auch wichtige Dokumente, wie z.B.
Verträge oder Behördenanträge verschickt werden. Um
den Service zu nutzen, muss man sich auf der Internetseite der Post
anmelden und bekommt dort eine eigene Adresse. In einer
Post-Filiale muss man dann mit einem Ausweis seine Identität
nachweisen. So will die Post gewährleisten, dass das Verfahren
sicher ist. Empfangen werden kann so ein Internet-Brief auf zwei
Wegen: Entweder auch elektronisch, oder aber die Post druckt ihn
aus und lässt ihn wie sonst vom Briefträger bringen.
Diese Variante gibt es auch schon von einem anderen Unternehmen,
von United Internet. Dort kostet es einen Cent weniger als bei der
Post, also 54. Als nächstes will auch die Telekom einen
Internet-Brief anbieten.
16:00 Uhr Kraft zur neuen NRW-Ministerpräsidentin gewählt
Einzelheiten
Der Landtag in Düsseldorf hat Hannelore Kraft zur neuen
Ministerpräsidentin gewählt. Sie ist damit die erste
Frau, die Nordrhein-Westfalen regiert. Die Einzelheiten:
Es ist alles so gelaufen, wie SPD und Grüne es geplant hatten.
Im ersten Wahlgang verfehlte Kraft noch die notwendige Mehrheit mit
einer Stimme. Im zweiten Wahlgang dann reichten ihr die 90 Stimmen
von SPD und Grünen. Für Gesetze braucht Kraft in der
Regel aber in Zukunft die Unterstützung der Opposition.
Dafür will sie auf die anderen Fraktionen zugehen und jeweils
für ihre Vorhaben werben.
Krafts Stellvertreterin wird Sylvia Löhrmann von den
Grünen. Sie freute sich, dass in Zukunft zwei Frauen das Land
führen werden und sprach von einer neuen Ära.
Löhrmann soll neue Schulministerin werden. Die anderen
Minister wollen die beiden morgen vorstellen.
14:00 Uhr BGH stärkt Rechte von Gaskunden
Einzelheiten
Der Bundesgerichtshof hat mit einem Urteil die Rechte von Gaskunden
gestärkt. Demnach sind Gasversorger verpflichtet,
Preiserhöhungen früh genug bekannt zu geben und sie auch
zu begründen. Die Einzelheiten:
Das BGH-Urteil wird nicht für niedrigere Gaspreise sorgen.
Aber es könnte mehr Klarheit bei Erhöhungen bringen. Wenn
jemand einen Vertrag mit einem Gasunternehmen abschließt,
dann müssen bestimmte Regeln reingeschrieben werden. Die
wichtigsten dabei sind: Eine Preiserhöhung muss mindestens
sechs Wochen vorher bekannt gegeben werden, entweder per Post oder
im Internet. Und das Gasunternehmen muss eine Begründung
für höhere Preise nennen. Außerdem ist mit dem
BGH-Urteil klar, dass man als Gaskunde auch noch gegen
Preiserhöhungen klagen kann, wenn man sie erstmal ohne
Einwände bezahlt hat. So hatten es einige der Kläger
gemacht. Sie hatten sich gegen Erhöhungen aus den vergangenen
sechs Jahren gewehrt. Geld bekommen sie wohl nicht zurück,
aber ihre Verträge müssen geändert werden.
13:00 Uhr Israelische Armee drängt Gaza-Hilfsschiff Richtung
Ägypten
Einzelheiten
Vor der israelischen Küste hat wieder ein Schiff mit
Hilfsgütern versucht, den Gaza-Streifen zu erreichen. Weil ihm
israelische Kriegsschiffe den Weg versperren, steuert das Schiff
jetzt offenbar einen ägyptischen Hafen an. Die Einzelheiten:
Israel bleibt bei seiner harten Haltung. Das Hilfsschiff wollte den
Palästinensern im Gaza-Streifen vor allem Lebensmittel und
Medikamente bringen. Doch die israelische Armee fing das Schiff ab,
weit vor der Küste in internationalen Gewässern. Dort
verharrte das Hilfsschiff mehrere Stunden auf der Stelle, offiziell
wegen eines Maschinenschadens. Vor knapp zwei Stunden nahm der
Kapitän wieder Fahrt auf, Richtung Süden. Die israelische
Armee geht davon aus, dass er jetzt wie verlangt einen Hafen in
Ägypten ansteuert. Organisiert hat die Hilfslieferungen eine
staatliche Stiftung aus Libyen. Die gab sich entschlossen, den
Gaza-Streifen doch noch zu erreichen. Vor knapp sechs Wochen hatte
Israel in einem ähnlichen Fall ein türkisches Hilfsschiff
stürmen lassen und dabei neun Menschen getötet.
12:00 Uhr NRW-Landtag beginnt mit Wahl der Ministerpräsidentin
Einzelheiten
In Düsseldorf ist der nordrhein-westfälische Landtag
zusammengekommen. Die Abgeordneten stimmen darüber ab, ob
SPD-Landeschefin Kraft Ministerpräsidentin wird. Die
Einzelheiten:
SPD und Grüne können sich ziemlich sicher sein. Sie haben
zusammen zwar nicht die absolute Mehrheit im Landtag, dafür
fehlt ihnen eine Stimme. Trotzdem dürften sie die Regierung in
NRW übernehmen. Möglich wird das durch eine Besonderheit
in der Landesverfassung. Für die Wahl zur
Ministerpräsidentin reicht der SPD-Kandidatin Kraft die
einfache Mehrheit der abgegeben Stimmen, und zwar ab dem zweiten
Wahlgang. Die 90 Stimmen von SPD und Grünen reichen allerdings
nur, wenn sich die Linkspartei enthält. Das hat die Linke aber
schon angekündigt. Wenn rot-grün in NRW die Regierung
übernimmt hat das auch Auswirkungen auf die Bundespolitik. CDU
und FDP hätten dann keine Mehrheit mehr im Bundesrat.
11:00 Uhr Bewährungsstrafe für Ex-Bank-Chef
Einzelheiten
Im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist das erste deutsche
Gerichtsurteil gefallen. Das Landgericht Düsseldorf hat den
früheren Chef der IKB-Bank, Ortseifen wegen
Börsenmanipulation schuldig gesprochen. Die Einzelheiten:
Der Banker muss nicht ins Gefängnis. Das Gericht
verhängte eine zehnmonatige Bewährungsstrafe. Und der
ehemalige Topmanager muss 100.000 Euro zahlen. Das entspricht der
Forderung der Anklage, die Verteidigung wollte einen Freispruch.
Ortseifen ist der erste deutsche Banker, der im Zusammenhang mit
der Krise verurteilt wurde.
Er hat nach Auffassung der Richter im Juli 2007 Anleger absichtlich
getäuscht, indem er die wirtschaftliche Situation der IKB-Bank
schönte. Viele Anleger kauften Aktien und handelten sich damit
große Verluste ein. Denn tatsächlich stand die Bank kurz
vor dem Zusammenbruch, weil sie sich mit US-Hypothekenanlagen
verspekuliert hatte.
Die IKB war als erste deutsche Bank von der internationalen
Finanzkrise betroffen und musste mit 10-Milliarden Euro
Steuergeldern gerettet werden.
09:00 Uhr Wichtiger Testlauf an Ölleck verschoben
Einzelheiten
Im Golf von Mexiko ist weiter kein Ende der Ölpest in Sicht.
Der Konzern BP hat einen Test mit der neuen Absaugglocke
verschoben. Die Einzelheiten:
Die Hintergründe der Verzögerung sind nicht klar. Die
Verantwortlichen des Ölkonzerns und der US-Behörden
sagen, dass vor dem Test noch Analysen durchgeführt werden
müssten. Von Problemen mit der gestern angebrachten
Absaugvorrichtung ist offiziell nicht die Rede.
In spätestens zwei Tagen soll klar sein, ob mit der Glocke
über dem Leck am Meeresboden wirklich das gesamte austretene
Öl abgesaugt werden kann.
Die Katastrophe vor der US-Küste beschäftigt heute auch
die EU-Politik. Der deutsche Energie-Kommissar Oettinger trifft
sich mit Vertretern der Ölindustrie und der nationalen
Aufsichtsbehörden. Oettinger ist dafür, etwa in der
Nordsee vorerst keine Bohrgenehmigungen mehr zu erteilen. Er will
neue Sicherheits- und Umweltstandards für Ölplattformen
einführen.
08:30 Uhr Machtwechsel in NRW
Einzelheiten
SPD-Landeschefin Kraft will sich am Mittag zur neuen
Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen wählen
lassen. Die Abstimmung im Landtag in Düsseldorf beginnt um 12
Uhr. Die Einzelheiten:
Wahrscheinlich wird Hannelore Kraft erst nach dem zweiten Wahlgang
als erste NRW-Ministerpräsidentin feststehen. Denn da reicht
eine einfache Mehrheit und die ist mit den Stimmen der
rot-grünen Abgeordneten möglich - wenn sich die Linke wie
angekündigt enthält.
Mit der Ernennung der Minister morgen will Rot-Grün die Arbeit
aufnehmen - mehr als zwei Monate nach der Landtagswahl in NRW.
Gegenwind gibt es schon jetzt aus der Bundespolitik: Kanzlerin
Merkel warf Kraft in der "Rheinischen Post" erneut
Wortbruch vor. Und zwar weil die künftige
Ministerpräsidentin im Wahlkampf von einer stabilen Regierung
gesprochen habe - jetzt aber mit der rot-grünen
Minderheitsregierung auf das Verhalten der anderen Fraktionen
angewiesen sei.
07:00 Uhr Urteil im IKB-Prozess erwartet
Einzelheiten
Im Prozess um die Beinahe-Pleite der Düsseldorfer Bank IKB
wird heute voraussichtlich das Urteil gesprochen. Vor dem
Landgericht musste sich in den vergangenen vier Monaten der
frühere Vorstandsvorsitzende Ortseifen verantworten. Die
Einzelheiten:
Im Falle eines Schuldspruchs wäre Ortseifen der erste
Bank-Manager, der im Zusammenhang mit der Finanzkrise verurteilt
wird. Dem 60-Jährigen wird unter anderem
Börsenmanipulation vorgeworfen.
Er soll im Juli 2007 die Lage der Bank geschönt und
absichtlich verschwiegen haben, wie riskant das Engagement der IKB
in zweitklassige Hypothekenanlagen in den USA war.
Eine Woche nach den Äußerungen Ortseifens geriet die
Bank in Düsseldorf als erste deutsche in den Sog der
Finanzkrise und ging fast Pleite. Den Steuerzahler kostete die
Rettung zehn Milliarden Euro.
Dem früheren IKB-Chef droht eine Bewährungsstrafe mit
Geldauflage.
06:30 Uhr Bundesregierung will CO2 unterirdisch lagern
Einzelheiten
Die Bundesregierung will heute ihre Pläne zur unterirdischen
Einlagerung von CO2 vorstellen. Gestern hatten sich Umweltminister
Röttgen und Wirtschaftsminister Brüderle auf einen
entsprechenden Gesetzentwurf geeinigt. Die Einzelheiten:
Die geplanten Kohlendioxid-Lager unter der Erde sind umstritten.
Kritiker haben vor allem Sicherheitsbedenken und sehen etwa das
Trinkwasser gefährdet. Die Menschen in Brandenburg
protestieren schon länger gegen eine Testanlage des
Energiekonzerns Vattenvall dort.
Das geplante Gesetz soll jetzt weitere Tests ermöglichen.
Durch das Verfahren wird das klimaschädliche Kohlendioxid
nicht mehr in die Luft geblasen, sondern aus den Abgasen von
Kraftwerken herausgefiltert und dann unterirdisch gelagert.
Die Bundesregierung will offenbar Städte und Gemeinden mit
Geld dazu bewegen, solchen Speichern unter ihrem Gebiet
zuzustimmen. Die Entscheidung soll bei den Ländern liegen.
06:00 Uhr Kraft soll zur Ministerpräsidentin gewählt
werden
Einzelheiten
In Nordrhein-Westfalen wird heute voraussichtlich zum ersten Mal
eine Frau an die Spitze des Landes gewählt. SPD-Chefin
Hannelore Kraft soll Ministerpräsidentin werden - die Wahl im
Düsseldorfer Landtag beginnt um 12 Uhr. Die Einzelheiten:
Mehr als zwei Monate nach der Landtagswahl steht NRW vor einem
Machtwechsel. Hannelore Kraft will eine rot-grüne
Minderheitsregierung bilden und die CDU/FDP-Koalition von
Ministerpräsident Rüttgers ablösen. Weil im ersten
Wahlgang die absolute Mehrheit nötig ist, reichen Kraft die
Stimmen von SPD und Grünen im Landtag nicht. Sie bräuchte
mindestens eine Stimme aus einer anderen Fraktion. Von Schwarz-Gelb
wird es keine geben, die Linke will sich enthalten.
Das würde bedeuten, dass die SPD-Landeschefin im zweiten
Durchgang mit einfacher Mehrheit zur Ministerpräsidentin
gewählt werden könnte.
Morgen sollen dann die neuen NRW-Minister ernannt werden.