1LIVE NACHRICHTEN
1LIVE Infos
Die 1LIVE Infos bringen euch on air jede Stunde den Überblick über das Wichtigste in der Welt. Jeweils eins der Themen erklären wir euch ausführlicher - in den 1LIVE Einzelheiten. Und die gibt's hier zum Nachlesen.
Alle Einzelheiten vom 21.07.2010
18:00 Uhr Doch Bargeld für Hitze-Opfer der Bahn
Die Deutsche Bahn hat höhere Entschädigungen für die
Reisenden in überhitzten Zügen angekündigt.
Gleichzeitig kritisierte der Konzern die Zug-Hersteller. Die
Einzelheiten:
Der Druck der Öffentlichkeit hat offenbar Wirkung gezeigt.
Die Entschädigungen der Bahn fallen nun höher aus, als es
Verbraucherschützer gefordert hatten. Wer sich wegen des
Ausfalls von Klimaanlagen medizinisch behandeln lassen musste,
bekommt 500 Euro in bar und zwar gegen ein Attest vom Arzt.
Zusätzlich gibt es einen Reisegutschein über 150 Prozent
des Fahrpreises. Wer keinen Arzt brauchte, aber trotzdem unter der
kaputten Klimaanlage gelitten hat, kann ebenfalls Gutscheine
bekommen. Bahnchef Grube machte für die technischen Probleme
heute indirekt die Hersteller verantwortlich. Er sagte, die
Züge seien fast nie in der geforderten Qualität geliefert
worden. Dieses Problem sieht auch die Bundesregierung. Sie plant
das Eisenbahngesetz zu ändern und die Hersteller zu
verpflichten, die Züge verlässlicher zu bauen.
17:00 Uhr Missbrauch in Feriencamp in den Niederlanden
In einem Feriencamp auf der Insel Ameland in den Niederlanden
sollen mehrere Kinder schwer misshandelt worden sein. Sechs
13-Jährige einer Gruppe aus Osnabrück sind nach Angaben
der Polizei von anderen Jungen geschlagen und sexuell missbraucht
worden. Die Einzelheiten:
Die Vorfälle sind offenbar hinter verschlossener Tür im
Schlafsaal des Feriencamps passiert. Mehrere 13 bis 16-Jährige
sollen ihre Opfer mit Gewalt festgehalten und missbraucht haben.
Die Polizei geht von sechs bis acht solcher Fälle aus. Es hat
aber wohl noch mehr Versuche gegeben. Diese Opfer hatten sich aber
zum Teil so stark gewehrt, dass sie zum Beispiel flüchten
konnten.
Zwei der 13-Jährigen, die zuerst Opfer waren, sollen
später selbst Täter gewesen sein.
Den Betreuern wird vorgeworfen, von den Vorfällen gewusst,
aber nichts unternommen zu haben. Eine Mutter hatte sich nach der
Rückkehr der Gruppe bei der Polizei gemeldet. Einige der
Beschuldigten haben die Übergriffe gestanden.
16:00 Uhr Bahn erhöht Entschädigungen an Hitze-Opfer
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, die Entschädigungen an
Hitze-Opfer aus ICE-Zügen zu erhöhen. Alle, die wegen
einer kaputten Klimaanlage ärztlich behandelt werden mussten,
bekommen 500 Euro in bar. Die Einzelheiten:
Die Bahn lenkt nach tagelangem öffentlichen Druck ein. Neben
Bargeld bekommen die Fahrgäste, die wegen der Hitze
medizinische Hilfe brauchten, noch einen Gutschein über 150
Prozent des Fahrpreises. Alle anderen Reisenden in überhitzten
Zügen können auf die Erstattung des halben Fahrpreises
hoffen. Bislang waren nur Reisegutscheine im Gespräch gewesen.
Seit zwei Wochen hat die Bahn mit Problemen an den Klimaanlagen von
vielen Zügen zu kämpfen. In einem ICE hatten
Fahrgäste von Temperaturen über 70 Grad berichtet. Die
Bahn hält das für übertrieben. Bahnchef Grube
kritisierte die Hersteller der Züge - sie lieferten nicht die
versprochene Qualität.
Morgen geht es in Berlin bei einem Treffen um die politischen
Konsequenzen der Bahn-Pannen. Daran nehmen unter anderem der
Bahnchef und Verkehrsminister Ramsauer teil.
15:00 Uhr Viele Flüge nach Lotsenstreik ausgefallen
Einzelheiten
Der Streik der Fluglotsen in Frankreich führt heute zu vielen
Flugausfällen. Auch deutsche Flüge von und nach Paris
sind betroffen. Der Streik soll noch bis morgen früh dauern.
Die Einzelheiten:
Mitten in der Ferienzeit streiken in ganz Frankreich viele
Fluglotsen - zum dritten Mal in diesem Jahr. Viele
Flugausfälle gab es an den Pariser Flughäfen Orly und
Charles de Gaulle. In Orly blieb jede zweite Maschine am Boden, in
Charles de Gaulle, dem größten französischen
Flughafen, jede fünfte. Wegen der Streiks musste die Lufthansa
mehrere Verbindungen aus Deutschland streichen.
Bei dem Arbeitskampf geht es um die Jobs der Flutlotsen. Sie
befürchten Kündigungen. Bislang kontrolliert jedes
europäische Land selber den Flugraum. In Zukunft soll es in
ganz Europa eine zentrale Flugaufsicht geben. Die
französischen Fluglotsen glauben, dass dadurch Stellen
abgebaut werden und sie schlechtere Arbeitsbedingungen bekommen.
Bisher müssen die Fluglotsen in Frankreich beispielsweise
weniger arbeiten als viele ihrer europäischen Kollegen.
14:00 Uhr Institut: Studenten durch Studiengebühren
zufriedener
Einzelheiten
Aus Sicht des Instituts der Deutschen Wirtschaft haben die
Studiengebühren die Situation an Universitäten
verbessert. Gleichzeitig warnt das Institut davor, die
Gebühren in NRW abzuschaffen, wie von der rot-grünen
Regierung angekündigt. Die Einzelheiten:
Die neue Studie des IW ist eindeutig: Studenten sind generell
zufriedener mit ihrer Universität, wenn sie Gebühren
zahlen. Das gilt für die Ausstattung, die Größe der
Seminare und die Beratung durch Professoren oder andere
Uni-Mitarbeiter. Auf die Frage, wie sie die Betreuung in den
vergangenen Jahren beurteilen, fanden 21 Prozent der Studenten in
Bundesländern mit Studiengebühren, dass sie besser
geworden sind. In Ländern ohne Gebühren waren es 13
Prozent.
Aus Sicht des IW sind Studiengebühren gerecht, weil so nur die
zahlen, die auch studieren und nicht alle Steuerzahler.
Gegner der Studiengebühren argumentieren, dass Menschen mit
weniger Geld sich kein Studium mehr leisten können.
Aktuell gibt es in fünf Bundesländern
Studiengebühren, unter anderem in NRW.
13:00 Uhr Verfassungsbeschwerde gegen Waffengesetz eingereicht
Einzelheiten
Eltern von Opfern des Amoklaufs in Winnenden wollen ein
verschärftes Waffengesetz in Deutschland erreichen. Dazu haben
sie und die Intiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen"
heute Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe
eingelegt. Die Einzelheiten:
Die Forderung der Kläger ist: Keine tödlichen Waffen mehr
bei Sportschützen in Deutschland. Aus ihrer Sicht
verstößt das bisherige Waffengesetz gegen das Recht auf
Leben. Außerdem stelle es die Interessen von
Sportschützen über dieses Grundrecht. Sportschützen
dürfen zurzeit mit tödlichen Schusswaffen trainieren.
Für die Kläger werden diese Waffen dadurch zum Spielzeug.
Deswegen sollte der Besitz generell verboten werden und zum
Beispiel nur noch für bestimmte Berufsgruppen wie Jäger
erlaubt sein. Sportschützen könnten alternativ
Druckluftwaffen benutzen. Hintergrund der Verfassungsbeschwerde ist
der Amoklauf in Winnenden vergangenes Jahr. Ein 17-Jähriger
hatte an einer Schule 15 Menschen und sich selbst erschossen, mit
der Sportwaffe seines Vaters.
12:00 Uhr Zugbauer sollen für Mängel bei der Deutschen
Bahn haften
Einzelheiten
Für Mängel an Zügen sollen in Zukunft auch die
Hersteller von Lokomotiven und Waggons geradestehen. Die
Bundesregierung will dazu das Eisenbahngesetz ändern. Bislang
haftet nur die Deutsche Bahn bei Mängeln an Zügen. Die
Einzelheiten:
In den letzten Jahren hatte die Deutsche Bahn einige Probleme mit
ihren Zügen: Kaputte Achsen an ICEs und in den vergangenen
Wochen ausgefallene Klimaanlagen. Für die Bahn bedeuten die
Zugausfälle und Reparaturen Mehrkosten und sie kann die
Zughersteller nicht mit ins Boot holen. So steht es im
Eisenbahngesetz.
Aus Sicht der Bundesregierung ist das aber mittlerweile veraltet.
Es stammt noch aus einer Zeit, in der die Bahn selber Züge
entwickelt und gebaut hat. Mittlerweile kauft sie die Züge
aber. Bahnchef Grube beklagte sich in einem Interview über die
schlechte Qualität der gelieferten Züge.
Bundesverkehrsminister Ramsauer will die Hersteller nun
verpflichten, die Lokomotiven und Waggons sicherer zu bauen. Das
veränderte Eisenbahngesetz soll Ende des Jahres in Kraft
treten.
11:00 Uhr Ermittlungen zu Missbrauchsfällen im Ferienlager
Einzelheiten
Die Polizei ermittelt wegen möglicher sexueller
Übergriffe in einem Ferienlager in den Niederlanden. Es geht
um ein Camp, das der Stadtsportbund Osnabrück organisiert
hatte. Geprüft wird unter anderem, ob sich die Betreuer
strafbar gemacht haben.
Die Einzelheiten:
Nach Informationen des NDR geht es um mindestens sechs Fälle
von Vergewaltigung, schwerem Missbrauch und gefährlicher
Körperverletzung. Betroffen seien sechs Jungen im Alter von 13
Jahren. Die acht mutmaßlichen Täter, alle zwischen 13
und 16 Jahre alt, sollen die Übergriffe zugegeben haben.
Zu den Missbrauchsfällen soll es in einem Ferienlager auf der
niederländischen Insel Ameland gekommen sein. Die Mutter eines
Teilnehmers hatte sich nach der Freizeit bei der Polizei
gemeldet.
Wie die Osnabrücker Polizei mitteilte, sollen sich die Opfer
an die Betreuer gewandt haben, diese seien aber nicht
eingeschritten. Die Ermittler prüfen, ob sich die Betreuer der
unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht haben.
9:30 Uhr: Noch viel zu tun bei der Kinderbetreuung
Einzelheiten
Die Bundesregierung befasst sich gleich mit dem Thema
Kinderberteuung. Im Mittelpunkt steht der Ausbau der
Kita-Plätze.
Die Einzelheiten:
Die Regierung hat noch einiges vor sich. Bis 2013 müssen
deutlich mehr Kita-Plätze her. Festgeschrieben ist, dass dann
für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren ein
Betreuungsplatz zur Verfügung stehen muss. Im vergangenen Jahr
gab es einer Studie zufolge Kita-Plätze für gut 20
Prozent. Familienministerin Schröder sagte vor dem
Kabinettstreffen, dass an dem 35%-Ziel nicht gerüttelt werde.
Es gibt allerdings Probleme: Zum einen fehlen laut Bundesregierung
bis zu 40.000 Erzieher, vor allem in Westdeutschland. Dazu kommt
Gegenwind von den Kommunen wegen der Kosten. Städte und
Gemeinden fordern mehr Geld vom Bund. Sie gehen außerdem
davon aus, dass deutlich mehr Betreuungsplätze benötigt
werden.
8:00 Uhr Linke wehren sich gegen Geheimdienst
Einzelheiten
Am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geht es heute darum, ob
Abgeordnete der Partei "Die Linke" vom Geheimdienst
beobachtet werden dürfen. Der thüringische Fraktionschef
Ramelow wehrt sich dagegen, dass Material über ihn gesammelt
wird.
Die Einzelheiten:
Dass der Verfassungschutz die Linke beobachtet, sorgt seit Jahren
für heftige Kritik der Partei. Aus ihrer Sicht wird der
Geheimdienst benutzt, um die linke Opposition einzuschüchtern.
Thüringens Fraktionschef Ramelow hat deshalb geklagt. In den
Vorinstanzen hat er bereits Recht bekommen, allerdings mit dem
Hinweis auf seinen Einzelfall. Jetzt hofft Ramelow, dass das
Bundesverwaltungsgericht eine grundsätzliche Entscheidung
trifft und die Beobachtung seiner Partei untersagt.
Das Innenministerium findet die Beobachtung in Ordnung. Es gebe in
der Partei "Die Linke" Gruppen, die sich gegen das
Grundgesetz richten.
7:30 Uhr Klagen nach Amoklauf von Winnenden
Einzelheiten
In Karlsruhe wollen heute Eltern von Opfern des Amoklaufs in
Winnenden Verfassungsbeschwerden gegen das Waffengesetz einreichen.
Aus ihrer Sicht geht das Gesetz nicht weit genug. Die Einzelheiten:
Nach Meinung der Initiative "Keine Mordwaffen als
Sportwaffen" verstößt das geltende Waffengesetz
gegen das Grundgesetz. Es stelle die Interessen von
Sportschützen über das Recht auf Leben und
körperliche Unversehrtheit. Ziel ihrer Verfassungsbeschwerde
ist, dass tödliche Sportwaffen aus dem Verkehr gezogen werden.
Die Kritiker verweisen zum Beispiel auf Ergebnisse von Kontrollen.
Die würden zeigen, dass viele Sportschützen ihre Waffen
weiterhin nicht sicher aufbewahren.
Die Initiative hatte sich nach dem Amoklauf von Winnenden im
März 2009 gegründet. Damals hatte ein 17-Jähriger 15
Menschen und sich selbst erschossen, und zwar mit der Sportwaffe
seines Vaters.
6:30 Uhr Fluglotsen in Frankreich streiken
Einzelheiten
In Frankreich kommt es zu erheblichen Behinderungen im Flugverkehr.
Grund ist ein Streik der Fluglotsen. Betroffen sind auch einzelne
Verbindungen nach Deutschland. Die Einzelheiten:
Der Streik läuft seit gestern Abend. Im Mittelpunkt steht der
Flughafen Orly südlich von Paris. Hier soll bis morgen nur
jedes zweite Flugzeug starten oder landen. Der Billigflieger
Easyjet etwa musste schon ein dutzend Verbindungen streichen. Auch
zwei Flüge von Orly nach Berlin fallen aus. Auf dem
größten französischen Flughafen Charles de Gaulle
ist jeder fünfte Flug betroffen.
Der Streik der Fluglotsen in Frankreich richtet sich gegen ein
Vorhaben der Europäischen Union. Sie will die 27
Lufträume der einzelnen EU-Staaten zusammenlegen, um den
Luftraum besser kontrollieren zu können. Die
französischen Fluglotsen befürchten, dass dadurch Stellen
wegfallen und sich die Arbeitsbedingungen verschlechtern.
6:00 Uhr Bericht zum Ausbau der Kindertagesstätten
Einzelheiten
Die Bundesregierung beschäftigt sich heute mit der
Kinderbetreuung. Familienministerin Schröder legt einen
Bericht zu Fortschritten beim Ausbau von Kita-Plätzen vor. Die
Einzelheiten:
Die Ministerin ist optimistisch, dass die Regierung ihre Ziele
erreicht. Bis 2013 sollen Betreuungsplätze für 35 Prozent
der Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stehen. Das hatten
Bund und Länder 2007 festgelegt.
Ein Problem ist das Personal. Nach einer Prognose der Regierung
fehlen bis zu 40.000 Erzieher in den Kindertagesstätten, um
die Vorgabe zu erreichen. Vor allem in Westdeutschland werden mehr
Leute gebraucht. Familienministerin Schröder will deshalb vor
allem Männer für den Erzieher-Beruf begeistern. Zusammen
mit der Bundesagentur für Arbeit will sie ein
Umschulungsprogramm starten. Innerhalb von zwei Jahren sollen sich
Männer zu Erziehern ausbilden lassen können.